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Radon im Haus, Keller und Souterrain

Radon im Haus, Keller und Souterrain

In Teil 1 unserer Radon Beitragsserie haben wir die Grundlagen zum Thema Radongas hinsichtlich Eigenschaften, Vorkommen und Radon-Grenzwerten gelegt.
Im zweiten Teil gehen wir speziell auf das Thema Radon im Haus, Keller und Souterrain ein.

Wie gelangt Radon in das Innere eines Gebäudes?

Die Radonbelastung im Haus kann mehrere Ursachen haben. Der größte Faktor sind Uran- und Thoriumhaltige Gesteinsschichten welche Radon als Zerfallsprodukt bilden. Häuser sind vor allem durch das Radon in der Bodenluft gefährdet, welches in den oberen Gesteinsschichten aufzufinden ist.
Durch die Gasdurchlässigkeit des Bodens kann es in die Atmosphäre abgegeben werden. Lockere, rissige Böden, erleichtern die Diffusion des Gases in die Erdatmosphäre. Wurde die Erdoberfläche durch Bebauung verschlossen, besteht immer noch die Gefahr, dass es durch undichte Fundamente, Rohre, Fugen, Treppenhäuser oder Kabelschächte in das Innere des Hauses gelangt. Ältere Häuser und Bestandsimmobilien sind hiervon stärker betroffen als Neubauten.
Druckunterschiede im Gebäudeinneren fördern das Eindringen des Radongases in das Haus. Es kann zu einer Sogwirkung führen, wodurch Radon aus dem Boden, in das Hausinnere gesaugt wird. Ein wesentlicher  Faktor ist hierbei die Höhe des Gebäudes: Je höher das Gebäude ist, umso stärker ist der Unterdruck in den unteren Etagen. Kamine, Öfen und Heizkessel steigern diese Sogwirkung zusätzlich.

Ein weiterer Faktor sind die Nutzungsbedingten Unterschiede. In der Regel ist die Raumluft wärmer als die Außenluft wodurch es so zu einem Unterdruck in den unteren Etagen kommen kann. In diesem Fall ist der Druckunterschied abhängig vom Lüftungsverhalten der Bewohner. Bei fünf Metern Gebäudehöhe und einer Temperaturdifferenz von 20 °C zwischen Innen und Außenbereich kann sich im Erdgeschoss ein Unterdruck aufbauen, der mehrere m³ Luft pro Stunde durch einen Riss von einem Meter Länge und einem Millimeter Breite ansaugt. Bereits bei geringem Unterdruck in den Erdnahen Räumen wird Radon aus einem Umkreis von 10 bis 20 m angesaugt.

Als dritter Bestandteil spielen die Witterungsverhältnisse und auch Tages- und Jahreszeitliche Schwankungen eine wesentliche Rolle. Bei Niederschlag und Frost kann weniger Radon freigesetzt werden da die Radonhaltige Luft im Boden eingeschlossen wird. Im Winter herrscht trotzdem in der Regel eine höhere Radon Belastung als im Sommer, da sich nutzungsbedingt die Lüftungszyklen verändern.
Die Raumlüftung ist ein wesentlicher Umstand, der die Radonkonzentration beeinflusst. Ist das Radon einmal in das Innere des Hauses gelangt, so kann es sich durch seine Beschaffenheit ansammeln und im Haus verteilen. Bodennahe Räume wie Keller, Souterrain oder das sind besonders betroffen. Je weiter ein Raum von der Erdoberfläche entfernt ist, umso weniger Radon gelangt in der Regel dort hin. Kabelschächte und Treppenhäuser begünstigen den Aufstieg in höhere Räume.
Weitere Faktoren für erhöhte Radonkonzentration können Baumaterialien wie Zement, Gips, und Naturstein sein. Sie können Radon abgeben, weil sie Thorium oder Uranhaltiges Gestein enthalten und bilden die Grundlage für die Durchlässigkeit der Gebäudehülle. Aber auch die Wasser- und Gasversorgung sowie Mineraliensammlungen können den Radongehalt ansteigen lassen.

Übersicht Faktoren zur Radonansammlung in Gebäuden:

  • Oberflächennahe Uran- und Thoriumschichten
  • Bestandsimmobilien mit gealterter Bausubstanz
  • Undichte Fundamente, Risse in der Wand
  • Belastetes Baumaterial und Natursteine
  • Treppenhäuser, Kamine und Kabelschächte
  • Schlechtes oder falsches Lüften der Räume
  • Witterungsbedingungen, Jahres- und Tageszeitschwankungen

Aufgrund der Vielzahl dieser Faktoren können die Messwerte bereits innerhalb eines Hauses stark variieren. Schlecht belüftete Räumlichkeiten begünstigen die Ansammlung des Gases und sorgen für eine erhöhte Radonbelastung.

Wie wird Radon gemessen?

Es wird empfohlen die Radon-Konzentration individuell über einen längeren Zeitraum bis zu einem Jahr konstant zu messen. Der Hintergrund hierfür ist, dass durch die Erhebung des BfS kein Rückschluss über die lokale Belastung im Haus gezogen werden kann. Deshalb sollte eine individuelle Langzeit Messung in den unterschiedlichen Räumen des Gebäudes vorausgehen um die Radonbelastung genau zu bestimmen. Die Radonmessung erfolgt mit Hilfe es Radonsensors oder Radondetektors welcher in den vermutlich belasteten Stellen des Hauses bzw. Kellers platziert wird.

Was tun bei Radon im Keller?
Wird bei der Langzeitmessung eine erhöhte Radonbelastung festgestellt, gibt es verschiedene Möglichkeiten zu handeln. Unter anderem kann der Keller saniert werden, die Gebäudehülle abgedichtet werden oder eine Schutzschicht auf der Wand aufgetragen werden, um das Eindringen von Radon zu verhindern. Diese Methoden sind allesamt kostenintensiv und zeitlich aufwändig.
Untersuchungen haben gezeigt, dass die Radonkonzentration deutlich zurückgeht,  wenn betroffene Räume möglichst regelmäßig gelüftet werden, weswegen die Weltgesundheitsorganisation WHO die auch empfiehlt. Daher liegt der Schlüssel zur Minimierung der Belastung durch Radongas in der automatischen, bedarfsgerechten und effizienten Lüftung der betroffenen Räume.
Eine solche Radonlüftung ist eine vergleichsweise günstige Alternative. Die Installation einer automatischen Lüftungssteuerung in Abhängigkeit von der gemessenen Radonkonzentration dauert nur wenige Stunden und kann sowohl bei Bestandsimmobilien als auch bei Neubauten vorgenommen werden. Das dezentrale System besteht aus einer kompakten Steuerung mit abgesetzten Sensoren zur permanenten Überwachung der Raumluft hinsichtlich Radon, Feuchtigkeit und Temperatur sowie der baulichen Substanz und den Raumvolumen angemessene Aktoren für Zuluft und Abluft.

Im dritten teil schauen wir uns die Radonlüftung näher an.

Letzte Änderung amMontag, 27 April 2020 10:26
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